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Epikurs Garten

Akademie der Lockerheit


Die Kolumne des Teams "Epikurs Garten"

Donnerstag, 17. August 2017, 21:51:
Der Schein der Macht
von Graeculus

Eine Machtposition einzunehmen bedeutet nicht, eine Fülle von Entscheidungsoptionen, einen großen Gestaltungsfreiraum zu gewinnen. Vielmehr schränken Regeln der Repräsentation von Macht und Erfordernisse der Erhaltung von Macht die möglichen Verhaltensmuster enorm ein. Ein römischer oder ein chinesischer Kaiser waren weit entfernt davon, tun zu können, was sie wollten. Man muß die Erwartungen des Volkes und der Armee erfüllen. Man muß seine Rolle spielen, um sie weiterspielen zu dürfen. Es ist wie bei einem Star: er kann nicht mehr spontan und sorglos in eine Kneipe gehen.

Über den größten Freiraum verfügt ein Mensch, der viele Rollen spielen kann und auf keine festgelegt ist.

· putin ist auch in seiner macht eingeschränkt. er kann den medwedew nicht so ohne weiteres entlassen. ;-) - loslosch, 18.08.2017 Kommentar melden

· Uralter Hut: Nur der besitzt Macht, der Macht über sich selbst erwirkt hat. Auf kV genügt jedoch auch schon ein modisches Schlafmützchen aus nachwachsenden Roh-Stoffen, wie man sieht. - LotharAtzert, 18.08.2017 Kommentar melden

· Wer originelle Gedanken hat, der hat es wohl kaum nötig, auf kV zu schreiben, oder? - Graeculus, 18.08.2017 Kommentar melden

· Nötig nicht, da hast Du recht. Aber warum soll ein Hund eine Wegmarkierung auslassen? - LotharAtzert, 18.08.2017 Kommentar melden

· Mir fallen sogar eine Menge Dinge ein, die Putin nicht tun kann. Der ist ganz eng an seine Rolle gefesselt. - Graeculus, 18.08.2017 Kommentar melden

· "Der Schein der Macht" als Titel und dann der Anfang "Eine Machtposition einzunehmen bedeutet nicht, eine Fülle von Entscheidungsoptionen, einen großen Gestaltungsfreiraum zu gewinnen. Vielmehr schränken Regeln der Repräsentation"..... Was ist jetzt Macht? Sie ist immer vorhanden - in den Augen derer, die die Macht als mächig empfinden (und somit wohl meist Angst vor ihr haben). Dann arrangieren sich manche mit der Macht, manche schleichen sich zu ihr ein, andere gehören qua Geburt zu ihr, manche durch ihr Geld. Eine Machtposition einzunehmen geht in meinen Augen gar nicht. Man kann nur eingesetzt werden in eine Machtposition, oder Macht kann einem zufallen. Man kann höchstens irgendeine Position einnehmen und dann darauf hinarbeiten, dass sie, oder man mächtig wird. Es wird dann immer jemand da sein der sagt "die Macht ist ja nur scheinbar mächtig". Aber immer wird Macht da sein, als eine Art Naturgesetz - sogar, wenn der heilige Geist in allen Menschen erwirkt, dass sie sich das Paradies auf Erden erschaffen und alle friedlich und freundlich miteinander sind. Dann wird nämlich die göttliche Macht über allem ebenso friedlich und freundlich schauen - aber von oben herab aus alles und jeden herunter. - Karlo, 18.08.2017 Kommentar melden

· Ich denke, die Entscheidungsoptionen hängen mit dem Grad der Verflechtung zwischen Macht und Verantwortung zusammen. Das betrifft auch nicht nur jene, die in der Machtpyramide ganz oben stehen. Eltern z.B. haben eine Machtposition ihren Kindern gegenüber. Allerdings ist diese Verantwortung reguliert - zumindest was direkte Handlungen angeht, nicht Handlungen auf höherer Ebene, z.B. Kinder n einem religiösen Sinne zu erziehen (auch bzw. gerade weil Kinder sich dazu nicht äußern können). Nur einzelne direkte Handlungen werden in solchen Fällen sanktioniert. Ähnliches gilt für das Verhältnis Arbeitgeber-Arbeitnehmer. So darf der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht zwingen, seinen Garten umzugraben, bzw. wenn er es nicht tut, ihn daraufhin zu entlassen. Allerdings darf der Arbeitgeber - auf einer höheren Ebene - Fehlentscheidungen treffen, die Firma vor die Wand fahren und wenn der Arbeitnehmer daraufhin seinen Job verliert, gibt es keine Möglichkeit, um den Arbeitgeber dafür zur Verantwortung zu ziehen, siehe VW-Krise. Ein gutes Beispiel dafür, was Macht bewirkt, wenn die Verflechtung mit der Verantwortung gelockert bzw. nicht vorhanden ist, sind alle Art von Diktaturen, bzw. erkennt man daran Diktaturen. So war theoretisch Adolf Hitler als Reichskanzler und Reichpräsident an Verantwortlichkeiten gebunden, auch wenn im "Dritten Reich" seit dem Reichstagsbrand bis zu seinem Ende Ausnahmezustand herrschte ("Gesetz zum Schutz von Volk und Staat"). De facto gab es niemanden, der diese Bindung an Verantwortung einfordern wollte/konnte. So führte Hitlers Macht dazu, dass er sich auch immer mehr in konkrete Entscheidungen einmischte. So forderte er z.B. das Revidieren von Gerichtsurteilen, wenn sie ihm nicht hart genug erschienen. Dabei folgte er keinem wirklichen Muster, sondern dem, was ihn gerade - impulsiv gesteuert - interessierte. Im späteren Verlauf seiner Herrschaft waren das zunehmend militärische Angelegenheiten. Im Sommer 1944 beklagte sich z.B. eine OB einer Heeresgruppe an der Ostfront, dass er quasi keine Verlegung ab Bataillonsgröße befehlen könne, ohne dass das "Führerhauptquartier" ihm dazwischenfunke. Natürlich gilt das auch für andere entscheidende Bereiche. Die Ermordung von Millionen Juden ist ohne den direkten Eingriff von Adolf Hitler persönlich nicht vorstellbar. Denn obwohl der der Antisemitismus in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jhd. weit verbreitet war, traf man den exterminatorischen Judenhass nur bei wenigen an (z.B. Rosenberg). Ein Beispiel für jemanden, der enttäuscht ist, das er in Verantwortung gebunden ist, ist Donald Trump. Ein Großteil seiner Aggressionen - zumeist ungefiltert in die Welt gesandt via Twitter - folgt eindeutig seiner Enttäuschung, dass er "nur" Präsident der USA ist, nicht ihr König. (Wobei er das intellektuell nicht versteht. Genau genommen entspringt die Enttäuschung seiner Verwunderung, dass er nicht machen kann, was er will, obwohl er doch Präsident ist und ein Präsident - seiner Ansicht nach - eben machen kann, was er will). - TrekanBelluvitsh, 18.08.2017 Kommentar melden

· Entscheidungsoptionen hängen - grundsätzlich - immer mit der Verflechtung von Macht und Verantwortung zusammen. Aber dass Verantwortung auf der Ebene der Familie besonders reguliert wäre ist mir neu. Villeicht hättest du es gerne, aber mir ist außer der klammheimlichen Einführen von irren Gendergesetzen weltweit - nichts bekannt. Und wie das ausgeht ist noch offen in Zeiten des Wandels.Oder meinst du normales Strafrecht? Oder etwa die Macht, die sich Jugendämter selber geben? Alles siehe oben. - Karlo, 18.08.2017 Kommentar melden


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