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Epikurs Garten

Akademie der Lockerheit


Die Kolumne des Teams "Epikurs Garten"

Donnerstag, 08. Juni 2017, 14:23:
Ein Frauenproblem heute
von Graeculus

In dem Moment, in dem kein äußerer (z.B. materieller oder gesellschaftlicher) Druck die Frauen mehr an den Mann kettet, wird das Bedürfnis nach Emanzipation und Selbständigkeit wach. Damit kollidiert aber das „alte“ Bedürfnis nach Sicherheit und Anlehnung, zumal Selbständigkeit Unsicherheit einschließt.
Zwei Bedürfnisse, die unvereinbar sind, streiten miteinander: Freiheit und Sicherheit.

***

Jetzt erwarte ich Prügel. Und doch ist meine Ansicht erfahrungsgesättigt.

· Du hast scheinbar nicht nur die Realität der letzten fünfzig Jahre verpasst. Die sogenannten Trümmerfrauen waren damals schon multitaskingfähig und Stütze für ihre heimgekehrten Männer. Dass auch heute emanzipierte Männer Anlehnung und Sicherheit suchen, wird verschwiegen. - ZUCKERBROToderPEITSCHE, 09.06.2017 Kommentar melden

· [quote]Zwei Bedürfnisse, die unvereinbar sind, streiten miteinander: Freiheit und Sicherheit.[/quote]Wenn man Freiheit anglo-amerikanisch oder nach FDP/AfD-Lesart definiert, dann ist das wohl so. - TrekanBelluvitsh, 09.06.2017 Kommentar melden

· [quote]Zwei Bedürfnisse, die unvereinbar sind, streiten miteinander: Freiheit und Sicherheit.[/quote] Warum sollte das ein "Frauenproblem" sein? - keinB, 09.06.2017 Kommentar melden

· sofern frauen an der arbeitswelt teilhaben, ist dieses "problem" ein allgemeines. - loslosch, 09.06.2017 Kommentar melden

· [quote]Zwei Bedürfnisse, die unvereinbar sind, streiten miteinander: Freiheit und Sicherheit.[/quote] Wieso dass denn? Die Freiheit kann dazu genutzt werden, um die Sicherheit zu erhöhen. Eine Frau mit eigenem Einkommen ist nicht mehr nur von ihrem Mann abhängig. Falls er arbeitslos werden würde, kann sie die Familie weiterversorgen. Die Frau, die sich anlehnt lebt unsicherer, als die, die auf eigenen Füßen steht. Gilt auch vice versa, aber das war hier nicht das Thema. - Piri, 09.06.2017 Kommentar melden

· Die Trümmerfrauen waren diejenigen, deren Männer eben nicht bzw. noch nicht zurückgekehrt waren. Was ihnen lieber gewesen wäre, ist noch die Frage. Meine Bemerkung zielt in der Tat auf das, was ich selbst erlebt habe: den Beginn des modernen Feminismus seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts, den Siegeszug der Idee der Selbstverwirklichung. Das hat den Frauen ein Plus an Freiheit gebracht, aber ein Minus an Sicherheit, wie sie - in gewissen Grenzen - die traditionelle, vor allem die katholische Ehe bot. Das war bzw. ist nicht identisch mit der materiellen Sicherheit durch ein eigenes Einkommen, sondern geht eher in die Richtung fester Halt - feste Orientierung über die Stellung im Leben. Weitgehende Entscheidungsfreiheit ist mit Sicherheit durch eine klare Orientierung, Rollenübernahme usw. nicht leicht vereinbar. Die Frage "Was soll ich tun?" ist durch "Tu, was du willst!" nicht beantwortet. Über die Probleme, welche der moderne Feminismus für die Männer mit sich gebracht hat, schreibe ich ein andermal. - Graeculus, 09.06.2017 Kommentar melden

· Die Frage "Was soll ich tun?" ist durch "Tu, was du willst!" nicht beantwortet. Ja genau, das ist mir wichtig. Das Resultat ist: Unsicherheit, Verunsicherung. Aber mir war klar, daß ich damit keine Zustimmung finden werde. - Graeculus, 09.06.2017 Kommentar melden

· Stimme Dir zu, aber es ist in der Tat kein reines Frauenproblem, es kristallisiert sich in dieser sozialen Randgruppe* allerdings öfter. *Zitat Bernd Stromberg - Dieter_Rotmund, 09.06.2017 Kommentar melden

· Natürlich ist auch für Männer viel Sicherheit in ihrem Rollenverständnis verlorengegangen. Aber es muß ja nicht jede Glosse gleich ’ausgewogen’ und damit zu einem Essay ausgewälzt sein. Ich wollte hier primär den Eindruck artikulieren, daß viele emanzipierte heterosexuelle Frauen, denen ich begegnet bin, sich in einem emotional unbefreidigenden Zustand befanden, weil ihnen dieses achselzuckende, hinnehmende "So ist es halt in der Welt" nicht mehr zur Verfügung stand. - Graeculus, 09.06.2017 Kommentar melden

· [quote]Die Frage "Was soll ich tun?"[/quote] ist kein Ausdruck von Freiheit. Freie fragen "was will ich tun?" - Piri, 09.06.2017 Kommentar melden

· Das mag sein. Viel Sicherheit ergibt dies allerdings auch nicht. Das "Entscheidend ist, was ich will" setzt eine Stärke und Unabhängigkeit (Autarkie) voraus, mit der viele Menschen überfordert sind und die - so mein Eindruck - oft in eine emotionale Leere mündet. Es gibt Ausnahmen. Kürzlich habe ich gelesen, daß - in einer etwas früheren Zeit - Lou Andreas-Salomé eine solche war. Virginia Woolf, im Suizid geendet, war keine. - Graeculus, 09.06.2017 Kommentar melden

· Den "emotional unbefreidigenden Zustand" findest du bei unemanzipierten Frauen mindestens genauso oft. Unterordnung fördert nicht gerade die emotionale Lebendigkeit. Beispiele aus der Literatur, so erfolgreich, weil viele sich emotional wiederfanden in den Protagonistinnen: Anna Karenina, Effi Briest, Madame Bovary, Nora, Hedda Gabler usw. - Piri, 09.06.2017 Kommentar melden

· Auch dies trifft zu - und ich möchte noch Lew Tolstoijs Frau hinzufügen, die eine beeindruckende ’Gegendarstellung’ zur Kreutzersonate geschrieben hat, deren Inhalt sie sehr verletzt hatte. Es ist die Depression, die Verzweiflung, die aus der Enge der bürgerlichen Vorstellung von Familie und Gesellschaft resultiert bzw. resultieren kann. Dann kommt die Emanzipation, die große Befreiung. Und was ist die emotionale Folge? "Ich kann" - so ein Zitat - "Kopf und Bauch bei mir nicht in Einklang bringen." Danach wurde früher gar nicht gefragt. Jetzt stellt sich die Frage, weil eine Frau frei wählen kann, und siehe da!, es gibt keine Antwort. - Graeculus, 09.06.2017 Kommentar melden

· [quote]Ich wollte hier primär den Eindruck artikulieren, daß viele emanzipierte heterosexuelle Frauen, denen ich begegnet bin, sich in einem emotional unbefreidigenden Zustand befanden, weil ihnen dieses achselzuckende, hinnehmende "So ist es halt in der Welt" nicht mehr zur Verfügung stand.[/quote] Na, dafür, dass es sich um einen Eindruck handelt, ist die Eingangsthese schon sehr allgemeingültig formuliert. ;) - keinB, 09.06.2017 Kommentar melden

· Na klar. Ein lebhaftes Gespräch wird durch eine steile Eingangsthese befördert. Zugegeben, in Frageform wär’s auch gegangen. - Graeculus, 09.06.2017 Kommentar melden

· [quote]"Ich kann" - so ein Zitat - "Kopf und Bauch bei mir nicht in Einklang bringen."[/quote] Das ist ein Befindlichkeitsunfall. Sowas passiert mit oder ohne Emanzipation. Emanzipation ist auf gleiche Rechte/Pflichten einschließlich materieller Unabhängigkeit gebaut. Daraus können sich ganz unterschiedliche emotionale Zustände ergeben, die Menschen sind nun mal unterschiedlich. - Piri, 09.06.2017 Kommentar melden

· In meiner Zeit als Lehrer habe ich mehrmals bei Mädchen und Jungen der Oberstufe eine (anonyme) Umfrage gemacht: Welche Eigenschaften bevorzugst Du bei Deinem Partner bzw. Deiner Partnerin? 1. Ergebnis: Das paßte bei Mädchen und Jungen überhaupt nicht zusammen. Ihnen waren ganz unterschiedliche Eigenschaften wichtig. 2. Ergebnis: Bei Mädchen dominierten Treue, Zuverlässigkeit, Selbstsicherheit, Stärke (--> gewährt Sicherheit, oder?) Nicht gefragt war dabei, ob die Mädchen sich als emanzipiert (= gleichberechtigt) verstanden; ich nehme aber stark an, daß sie alle die Gleichberechtigung für sich in Anspruch nahmen. - Graeculus, 09.06.2017 Kommentar melden

· Ich entsinne mich auch noch einer Geschichtsstunde zum Ideal der Ritterlichkeit, von dem die Mädchen sich auffallend angetan zeigten. Das ist nun schon ein sehr spezifisches Ideal eines Mannes für eine Frau. - Graeculus, 09.06.2017 Kommentar melden

· Was wünschten sich die Jungs? - keinB, 09.06.2017 Kommentar melden

· [quote]Treue, Zuverlässigkeit, Selbstsicherheit, Stärke (gewährt Sicherheit, oder?)[/quote] eigene Stärke gewährt größere Sicherheit. Jungen legen sehr viel Wert auf Treue. Ob sie das in einer Befragung aufschreiben, weiß ich nicht. - Piri, 09.06.2017 Kommentar melden

· ja, was wünschen sich die jungs? - einen dens arduus. :-) - loslosch, 09.06.2017 Kommentar melden

· Die Wünsche der Jungen hatten in der Tat viel mehr mit dem Aussehen als mit dem Charakter zu tun. In der Diskussion ergab sich nicht nur der klar zutageliegende Unterschied in den Erwartungen, sondern auch, daß beide Geschlechter sich etwas wünschten, was man auf Dauer gar nicht durchhalten kann: Weder sind bzw. bleiben die Männer immer stark noch die Frauen immer jugendlich-schön. Insofern offenbarte der Befund eher den Stoff für künftige Dramen. - Graeculus, 09.06.2017 Kommentar melden

· Naja, wie war das? "Männer können besser gucken als denken." ;) - keinB, 10.06.2017 Kommentar melden


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